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Die Entwicklung von Zorro

  • Jeannette Jud
  • 1. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Zorro ist wie eine Wundertüte 'voller Überraschungen'.

Mitte September zog der Bär bei uns ein. Wir wussten nicht, was auf uns zukommen wird. Klar war, er ist sehr nett und kann keiner Fliege was zu leide tun. Leider kannte der Hund mit seinen gut drei Jahren überhaupt nichts. Er wusste nicht mal wie er heisst. Die erste grosse Überraschung, der Bub konnte man nicht mit Futter locken geschweige erziehen. Fressen war für ihn totale Nebensache, so nach dem Motto 'erste wenn ich am Verhungern brin' brauche ich zwei drei Bissen. Mit Druck kam ich auch nicht viel weiter, er brach zusammen und nichts ging mehr. Das machte die Erziehung nicht gerade einfach. Alles was ich bis jetzt über Hundeerziehung gelernt habe war nicht zu gebrauchen. Um Himmels Willen wie kriege ich das auf die Reihe. Das einzige was er konnte/hatte 'sein Aussenfokus' war gross. Er sah etwas und war nur noch körperlich da. Geistig war er weit weg und nicht mehr erreichbar. Selbst ein Grashalm weckte seine Aufmerksamkeit und weg war sein Geist. Am zweiten Tag viel ich zum ersten Mal in ein Loch und dachte mir 'was tue ich mir da nur an?' Für mich gab es zwei möglichkeiten 'aufgeben oden den Stier an den Hörnern zu packen'. Aufgeben ist nicht mein Ding, also musste ich eine Strategie entwickeln. Mein Bauchgefühl sagte mir 'er ist ein Riesenwelpe, arbeite mit ihm als wäre ein ein Welpe'. Und genau das tat ich....

Die ersten Tage nahm ich einen Klappstuhl ins Auto, fuhr mit dem Hund ins Grüne. Packte Stuhl und Hund aus, setzte mich ein paar Meter neben dem Auto hin und Zorro durfte in einem kleinen Radius die Welt erkunden. Schnell wurde er ruhiger, die anfängliche Hecktik liess nach. Nächster Schritt: Gemeinsamer Spaziergang, nur einmal um den Block. Das Ziel, er durfte mich nicht überholen - sehr schnell begriff er wie der Hase läuft.

Nächster Schritt kurzer Spazottel bis zum Bahnhof, ich setze mich auf eine Bank die ersten Male dauert es ewig bis er sich hinlegen kann. Nach ein paar Wiederholungen legt er sich schon nach kurzer Zeit zu meinen Füssen. Egal was um uns herum geschieht, er legt sich auf den Rücken, streckt mir den Bauch entgegen und geniesst die Streicheleinheiten.

Unsere Spaziergänge werden immer länger. Er begleitet mich durch den Wald, über Felder und durch die Stadt. Velofahrer, Jogger, andere Hunde nichts bringt ihn aus der Ruhe. Er ist ein toller Begleiter mit einem grossen Herzen.

Der Rückruf funktioniert noch nicht voll und ganz. In unserem Garten kommt er sofort, wenn ich ihn rufe. Draussen in der freien Wildbahn ist es noch schwierig. Die Ablenkung ist zu gross, dass der Rückruf perfekt funktioniert. Mit jedem Tag geht es aber besser. Wenn er so weiter macht, wird er uns in ein paar Wochen ohne Leine begleitet.

Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell sich Zorro bei uns eingegliedert hat. Mit den Mädels versteht er sich super. Orania und er sind ständig am Kuscheln. Ist die Lady mal nicht zur Stelle springt Gavany ein. Ja, ja die Mädels halten ihn auf Trab.


Zorro kann kein ‘Sitz und Platz’ auf Kommando, ihm das beizubringen ist ein langer Weg. Es ist für mich auch nicht wichtig, dass er das kann. Im Haus bringe ich ihn auf seinen Platz – sage ihm ‘leg dich hin’ und entferne mich. Sofort lässt er sich nieder

– bleibe ich zu Nahe kann er sich nicht hinlegen. So ist es auch mit dem Sitz. Alles was er anbietet nehme ich dankend an und bestätige es.

 


Der Hund hat ganz viel Vertrauen zu uns und lässt sich alles gefallen. 

In kurzer Zeit habe ich wieder ganz viel gelernt. Ich bin sehr dankbar, dass Zorro zu uns gekommen ist. Er ist ein Kuschelbär, der ganz viel Liebe, Feingefühl und Geduld braucht.

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